1. Mai 2021

Werbung mit institutioneller Unterstützung von Accuray.

#feelitonthefirst! Vorsorge – es ist so ein Wort, das in aller Munde liegt. Gerade jetzt wird man doch aufgefordert weiter zu seinen Vorsorgeuntersuchungen zu gehen und nicht aus Angst vor Corona zu Hause zu bleiben.

Kennt ihr die Seite wertvolle Momente – trotz Krebs? Hier findet ihr wissenswerte Infos rund um anstehende Vorsorgeuntersuchungen sowie interessante Artikel zum Thema Leben mit Krebs für Betroffene und deren Angehörige.

Was bedeutet Vorsorge denn eigentlich? Vorsorge, Prävention oder Prophylaxe stehen zusammen für Maßnahmen, die dem Erhalt der Gesundheit dienen. Und genau hier stößt mir der Begriff im Zusammenhang mit Krebs immer wieder auf. 

Wieso das für mich einen bitteren Beigeschmack hat? Was kann ich denn nun genau tun, um dem Krebs vorzubeugen? Klar! Ernährung, Sport, Lebensstil… das wissen wir alle, aber es ist ja kein Garant dafür, nicht an Krebs zu erkranken. Die Vegetarierin, die mit 30 Darmkrebs bekommt; der Nichtraucher, der mit 40 an Lungenkrebs stirbt. Ich will hier sicher keine Panik machen, aber ich möchte vor einem unberechtigten Immunitätsgefühl warnen. 

Gut, es kommt ein wenig auf die Krebsart an und ob man gutartige Vorstufen erkennen kann…nehmen wir das Thema Darmkrebs. Da kann die Vorsorge helfen, den Krebs im Keim zu ersticken, denn Darmpolypen oder gutartige Wucherungen werden bei der Darmspiegelung gefunden und entfernt, bevor sie zu Krebszellen werden und sicherlich ist es ja zumindest bei Brustkrebs so, dass wenn man ihn früh erkennt, die Heilungschancen nun einmal höher sind. Und damit wären wir beim Thema Früherkennung und was das eigentliche Ziel einer Vorsorge ist. 

Was bedeutet Brustkrebsvorsorge eigentlich? Frauen ab 30 Jahren steht einmal im Jahr eine körperliche Untersuchung zur Früherkennung von Brustkrebs durch den Frauenarzt zu – das heißt, dass Frauen unter 30 schon mal in gar keinem Plan auftauchen (zumindest, was Brustkrebs betrifft). Ab 50 Jahren darf man dann alle zwei Jahre zur Mammografie.

Ihr merkt schon, worauf ich hinaus möchte. Das Wort „Vorsorge“ könnte einen Menschen in falscher Sicherheit wiegen. Wie ein COVID-19-Test, ist die Vorsorge eine Momentaufnahme und kann mir mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit bestätigen, dass gerade keine Krankheit vorliegt. Gleichzeitig ist es aber keine Garantie, dass sich das nicht in den nächsten Stunden, Tagen oder Wochen ändert. 

Ganz oft werde ich gefragt, ob ich denn in den Jahren vor meiner Brustkrebsdiagnose bei der Vorsorge gewesen sei und ja, das war ich und auch sehr regelmäßig. Vielleicht ist es der Versuch, eine Erklärung zu finden, wieso ich erkrankt bin. Sowas wie “sie war ja auch nicht bei der Vorsorge, was ja zeigt, wie wichtig es ist regelmäßig zu gehen”. Ja, klar ist es wichtig, aber es schützt leider nicht davor Krebs zu bekommen. 

Ich habe meinen Knoten ertastet, als ich unter der Dusche war. Ich würde gerne sagen, dass das im Rahmen meiner monatlichen Abtastroutine geschah. Aber nein! Denn ich muss leider zugeben, dass ich mir die Brüste nie abgetastet habe und dass es ein großer Zufall war. Drei Monate vorher hatte ich einen Termin bei meiner Frauenärztin und sie tastete meine Brüste ab (obwohl ich noch nicht ganz abgestillt hatte) und da war nichts…ich hatte das Gefühl, dass dieser Knoten von heute auf morgen plötzlich da war und so fragte ich meine Ärztin: „War ich so unaufmerksam mit meinem Körper oder kann der Tumor so blitzartig gewachsen sein?“ Sie bestätigte mir, dass es sich um einen sehr aggressiven und sehr schnell wachsenden Tumor handele…das machte mir Angst.

Und daher appelliere ich immer wieder nicht nur zur Früherkennung zu gehen, sondern selbst aktiv zu werden. Auf seinen Körper und sein Bauchgefühl zu hören ist gut, sich die Brüste und andere Körperbereiche abzutasten und das mindestens einmal im Monat, komplementiert es, denn so fallen einem selbst die kleinsten Veränderungen auf. Ich taste mir seit meiner Diagnose – und nochmal das habe ich vorher nie gemacht – die Brüste vom Schlüsselbein bis zu den Achseln ab. Was ich suche? Veränderungen und im schlimmsten Fall finde ich wieder einen kleinen Knubbel, der wie eine Kastanie unter der Haut sitzt oder einen Kieselstein, denn so fühlte sich der zweite, kleine Tumor an, der oberhalb der Brustwarze saß.

Ob nun Vorsorge oder Früherkennung – bitte geht auch in Zeiten von COVID-19 regelmäßig hin, aber gebt die Verantwortung nicht komplett in andere Hände, sondern nehmt sie selber in die Hand – wortwörtlich und monatlich.

Was hat das denn mit dem Bauchgefühl zu tun? Und was macht man nun, wenn man etwas findet oder unsicher ist? Auch dann geht bitte sofort zum Arzt und bitte bleibt beharrlich. So ein Bauchgefühl ist ein ziemlich zuverlässiger Indikator und wenn Dein Arzt kurz tastet und sowas sagt wie „Sie sind zu jung für Brustkrebs!“ oder „Das ist nur eine Zyste, kommen Sie in sechs Monaten wieder!“, dann besteht darauf, richtig untersucht zu werden. Wäre ich mit meinem schnell wachsenden Tumor sechs Monate später wieder gekommen, hätte ich einen ganz wichtigen Faktor verloren – Zeit. Leider gibt es neben vielen Heilungsgeschichten auch sehr viele Krebsverläufe, die mit einer Fehldiagnose starten und deshalb appelliere ich immer und immer wieder an Euch, Eure Hände zum Abtasten zu benutzen und auf Euer Bauchgefühl zu hören. Oft war es nur ein Bauchgefühl, das die junge Patientin bewegt hat, sich noch einen Termin zu holen, zu fragen, was den Arzt so sicher macht, dass es nur eine Zyste ist oder einen anderen Arzt zu konsultieren.

Habt Ihr Fragen zum Thema Vorsorge und Früherkennung oder andere Themen rund um das Thema Brustkrebs, so gibt es natürlich auch viele Informationen im Internet. Auf Wertvolle Momente findet ihr viele Informationen für Krebspatienten und Angehörige und die Facebook Community ist eine tolle Möglichkeit zum Austausch.

Danke an Accuray für die freundliche Unterstützung.

#gibachtaufdich #vorsorge #früherkennung #wertvollemomente

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