14. September 2019

Heute vor zwei Jahren war mein 1. offizieller Arbeitstag nach der 2. Babypause, aber anstatt mit den Kollegen meinen Wiedereinstieg zu feiern, mein Laptop und Blackberry in Empfang zu nehmen, bekam ich meine erste Chemo und einen Pass, den ich jedes Mal brav vorlegte. Insgesamt 24 Zyklen lang.

Nun arbeite ich wieder, aber den Pass, den habe ich immer noch, denn ich werde bis 2022 eine antiresorptive Therapie mit dem Antikörper Denosumab machen.

Und? Wie fühlt es sich an wieder zu arbeiten? Alles paletti?!? Nach der ersten Babypause, war nach fünf Tagen alles wie vorher. Ich hatte mich – wie auch dieses Mal – auf dem Laufenden gehalten und alles war vertraut.

Wahrscheinlich wurde von mir erwartet, dass es wieder so reibungslos laufen würde, aber das tut es leider nicht! Statt einem Jahr, war ich dieses Mal drei Jahre weg und die Krebstherapien haben deutliche Spuren hinterlassen. Der Spagat zwischen Arbeit, Kindern und Haushalt zwingt mich in die Knie… und das tut weh!

Möchte ich doch so gerne, dass alles wie vorher ist, aber das ist es nicht. Ich bin erschöpft, leide unter Krebsfatigue – dieser bleiernen Erschöpfung – und ab mittags ist es mit der Konzentration vorbei. Was ich früher leicht aus dem Ärmel geschüttelt habe, ist plötzlich ein Kraftakt für mich und brauche sehr viel Geduld mit mir und mein Umfeld auch!

Gleichzeitig habe ich das Gefühl nicht genug auf mich zu achten, müsste zur Lymphdrainage, mal wieder zum Sport und einen Gang runter schalten, aber ich hoffe es wird sich einpendeln. So gut ich es kann, achte ich auf mich, versuche täglich zu meditieren, wenn ich schon keine Mittagspause habe, dann wenigstens gesundes Meal Prep zu machen und ich gehe mit den Kindern ins Bett. Vielleicht schaffe ich ja wieder jeden Morgen ein bisschen Yoga zu machen, denn mein Rücken schmerzt! Am 20. habe ich ein MRT, aber nur um sicher zu gehen, dass da nix ist, denn ich hatte einen kleinen Sturz am 1.6. und es zieht immer noch bis zum Brustwirbel hoch. Ja, klar habe ich ein wenig Kopfkino, aber es geht noch. Und ja, auch das ist Tag meines Alltags, denn ein Schmerz, ein Stechen, wird niemals wieder nur ein irgendein Schmerz oder ein Stechen sein, sondern zumindest kurz die Frage wecken, ob der Krebs wieder da ist.

Heute ist internationaler #talkaboutcancer Day! Egal wie Du über Krebs sprichst – Hauptsache Du tust es.

Danke Kurvenkratzer Influcancer, dass Ihr darauf aufmerksam macht! Und genau das ist auch das Ziel unseres Podcast 2 Frauen, 2 Brüste – denn nur wenn über Krebs gesprochen wird, wird das Tabu gebrochen ❤️

#krebsblogger #brustkrebs #dubistnichtallein #gemeinsamstärker #cancersurvivor #lebennachkrebs

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