Krebs ist ein Tabu – der Tod ist es auch!
Gestern war ich auf einem Konzert bei Pütz-Roth in Bergisch Gladbach – einem Bestattungshaus! Der Name passt gar nicht…. Fritz Roth, der Gründer dieses Familienunternehmens, wollte den Tod aus der Tabuzone zurück ins Leben holen und in gewissem Maße die Trauerkultur ändern. Er hat einen magischen Ort geschaffen an dem man sich direkt wohl fühlt und es herrscht eine wunderbare Herzlichkeit.
Fritz Roth hatte eine Vision, ist erst spät in dieses Metier eingestiegen und hat in meinen Augen etwas Einzugartiges geschaffen. Dieser Ort ist einladend, freundlich und bietet ein Potpourri an Veranstaltungen, Schulungen und Angebote um sich nicht nur im Akutfall dem Thema Tod und Trauer zu nähern.
Veranstaltungen wie das Konzert gestern, bei dem über 2.000 Menschen waren, schaffen diese Verbindung. Die Besucher saßen sowohl auf Bänken vor der Bühne und lauschten dem Bergisch Gladbacher Sinfonieorchester, als auch in den „Gärten der Bestattung“ neben den Gräbern, die zwischen den Bäumen dieses Hügels verteilt sind. Die Äste hingen voll mit Lampions und manche Familien hatten sich Decken mitgebracht um neben ihren Verstorbenen den Klängen zu lauschen.

Krebs und Tod liegen nah beieinander – an diesem Ort hat man aber keine zugeschnürte Kehle, sondern es herrscht eine Leichtigkeit und Freude und die teilweise bunt gestalteten Gräber laden zum Verweilen ein. Fritz Roths Familie führt nach seinem Tod 2012 seine Idee mit viel Engagement, neuen Ideen und Herzlichkeit weiter! Es ist ein Ort an dem ich mir gut vorstellen kann mal begraben zu sein…. wenn ich steinalt bin!
Es war mir ein besonderes Vergnügen mit yeswecan!cer vor Ort zu sein, denn die Konzerte haben immer einen karitativen Charakter und so wurden für diese Organisation Spenden von mehr als €5.000 gesammelt. Danke!


#sharingiscaringsonntag – eine Idee von 



Ich stehe am Flughafen…. ich liebe die Atmosphäre – das Kommen und Gehen, die Sprachen, Tränen – hier im Ankunftsbereich sind es Freundentränen und ich weine mit. Ich bin aufgeregt, denn Aidan ist schon gelandet. Mein ehemaliger WG Mitbewohner! Wir haben uns über 20 Jahre nicht gesehen… wie wird es sein? Es ist nicht nur das. Aidan hatte direkt nach dem Uniabschluss einen Schlaganfall, der nicht nur lebensbedrohlich war und ihn zwang Sprechen, Laufen und alles neu zu lernen. Es beendete außerdem seine vielversprechende Gallic Football Karriere mit einem Schlag. Er wurde schon während der Unizeit zu Spielen nach New York geflogen und hatte eine steile Karriere vor sich – das alles war mit einem Schlag vorbei…. er hat gelernt zu sprechen und zu laufen und mit seinen Einschränkungen zu leben. Geändert hat er sich gar nicht! Wir teilen in vielen Dingen eine scheissegal Haltung und es ist wunderbar ihn hier zu haben – er ist eine wahre Inspiration!
Bisphosphonate – jetzt gibt es kein Zurück mehr….
Krebspatienten sind dünnhäutig und sensibel und reagieren alle anders – das macht es für das Umfeld nicht gerade einfach! Und dazu handelt es sich nicht um eine Schwangerschaft oder ein gebrochenes Bein, sondern um Krebs und das ist immer noch ein Tabu Thema! Sag ich was, sag ich nix und wenn ich was sage, was denn?!? Puh!